E-Commerce als Einstieg in den Nachbarmarkt

"Entscheidend ist es, den Zielmarkt vor Markteintritt ganz genau unter die Lupe zu nehmen: Wie sehen die gängigen Zahlungsmodalitäten aus, welche Produkte wollen wir anbieten und wer sind unsere Wettbewerber?", fasste Tonny Nielsen Bruun, Geschäftsführer von NiceHair ApS aus dem dänischen Esbjerg, seine Erfahrungen beim Aufbau eines Onlineshops im Ausland zusammen.
Rund 60 deutsche und dänische Unternehmer informierten sich am 17. November 2016 im Rahmen der IHK-Veranstaltungsreihe „Fit für den deutsch-dänischen Markt“ über den grenzüberschreitenden Onlinehandel und den Einstieg in den Nachbarmarkt.
"Die Internationalisierung eines Shops bietet interessante Chancen für Unternehmen, insbesondere im deutsch-dänischen Wirtschaftsraum", so die Moderatorin Maria Heiden vom Deutsch-Dänischen Regionalmanagement der IHK Flensburg in Ihrer Begrüßungsrede. "Der Warenverkauf in einem anderen Land ist jedoch mit einigen Anforderungen verbunden. Hierzu gehören zum Beispiel die Anpassung der Marketing-Maßnahmen, die Auswahl des Produktangebots und die Auswahl eines Logistikdienstleister", sagte Maria Heiden.
Drei Referenten erläuterten die Erfolgsfaktoren für E-Commerce im Nachbarland sowie die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen.
Nielsen Bruun riet: "Setzen Sie lieber Ihr Herzblut in den Ausbau Ihres Shops in ein bis zwei ausgewählten Märkten, anstatt das Roll-out in mehreren Ländern gleichzeitig zu starten." Stephan Lamprecht, Fachautor für E-Commerce und Online-Marketing aus Ahrensburg, stellte die Potenziale des Cross-Border E-Commerce vor und gab einen Überblick über die Trends. Bärbel Peter-Wichmann, DHL-Niederlassungsleiterin in Neumünster, verdeutlichte, wie Logistik zum Wettbewerbsvorteil für Onlineshops werden kann.
In zwei anschließenden Workshops vertieften die Teilnehmer ihr Wissen über steuer- und rechtliche Vorgaben im Onlinehandel, sowohl mit Bezug auf Deutschland als auch Dänemark. Drei Experten stellten sich ihren Fragestellungen; die Steuerberater Søren Kring von Sønderjyllands Revision und Benjamin Feindt von TyskRevision sowie Tina Möller von der IHK zu Kiel.